Sicherheit

Die Reifen sind das Einzige was Ihr Fahrzeug mit der Straße verbindet. Die Auflagefläche eines Reifens ist nur in etwa so groß wie eine Postkarte! Wichtig ist, dass Sie regelmäßig Ihre Reifen kontrollieren. Bei jedem Tankstopp sollte der Luftdruck überprüft werden. Kontrollieren Sie aber auch regelmäßig die Profiltiefe, das Reifenalter, ob der Reifen Beschädigungen aufweist und achten Sie unbedingt auch auf eine sachgerechte Lagerung ihrer Reifen! Detaillierte Informationen zu diesen sicherheitsrelevanten Themen haben wir hier für Sie zusammengestellt, weitere interessante Informationen erhalten Sie unter www.reifensicherheit.de.

Profiltiefe Luftdruck Reifenalter Beschädigungen Einlagerung
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Profiltiefe

Der Gesetzgeber verlangt eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm. Tipp: Wenn der goldene Rand einer 1-Euro-Münze nicht mehr vollständig im Profil verschwindet, ist nicht mehr genug Restprofil vorhanden und die Reifen müssen gewechselt werden. Kumho Tyre empfiehlt jedoch bei Sommerreifen 3 mm Mindestprofiltiefe, da bei geringerer Profiltiefe die Aquaplaninggefahr extrem steigt. Bei Winterreifen werden sogar 4 mm Mindestprofiltiefe empfohlen, da sonst insbesondere die Wintereigenschaften (Traktion) deutlich nachlassen. Ob man bereits die Mindestprofiltiefe erreicht hat, kann man über die im Profilgrund der Lauffläche integrierten Abriebindikatoren (TWI - Tread Wear Indicator) erkennen. Diese bilden bei 1,6 mm Restprofil im Profilgrund schmale durchgehende Stege. Die Lage der Indikatoren ist ganz oben auf der Seitenwand gekennzeichnet.

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Luftdruck

Der Reifenfülldruck beeinflusst unmittelbar wichtige Faktoren wie Fahrsicherheit, Spritverbrauch und Reifenverschleiß. Unerklärlich, auch unter ökonomischen Gesichtspunkten, ist daher die Tatsache, dass nur jeder 4. Autofahrer auf unseren Straßen mit optimalem Luftdruck unterwegs ist. Bei 10% der Autofahrer liegt der Minderdruck sogar bei mehr als 0,6 bar unter Normal. Aufgrund von Diffusion durch die Seitenwand verliert ein Reifen stets etwas Luft. Obwohl der Anteil verschwindend gering ist, summiert sich der Luftverlust im Laufe der Zeit auf ein gefährliches Maß. Die Folgen: Seitenführungskräfte im Reifen stehen nicht mehr ausreichend zur Verfügung, das Fahrzeug reagiert verzögert auf Lenkbewegungen, Geradeauslauf und Bremsweg verschlechtern sich. Das wirkliche Ausmaß dieser Mängel wird zumeist erst in Gefahrenzonen deutlich, wenn die Gesamtheit der Fahreigenschaften erforderlich ist, um das Fahrzeug sicher zu steuern. Ist ein Reifen mit zu wenig Luft befüllt, vergrößert sich die Aufstandsfläche, wobei die Druckverteilung der Radlast stark auf die äußeren Ränder verteilt und in der Mitte der Fläche verringert wird. Aufgrund der unterschiedlichen Kräfteverteilung entsteht, abhängig von Geschwindigkeit und Gewicht des Fahrzeugs eine mitunter starke Walkbewegung mit Wärmeentwicklungen von über 150°C. Im schlimmsten Fall überhitzt das Material im Schulterbereich, der Unterbau verliert seine Festigkeit, es lösen sich Teile von Lauffläche und Gürtel ab. Über die Sicherheitsmängel hinaus sind die direkten Folgen für den Geldbeutel des Autofahrers nicht außer Acht zu lassen. Bereits 0,2 bar Minderdruck verringert die Lebensdauer eines Reifens um etwa 15%, 0,6 bar Minderdruck um immerhin 45%. Darüber hinaus wird durch die höhere Walkarbeit der Rollwiderstand erhöht, was zwangsläufig den Kraftstoffverbrauch steigert.

Der richtige Reifendruck wird vom Fahrzeughersteller vorgegeben und ist abhängig vom Beladungszustand Ihres Fahrzeuges. In der Regel finden Sie den empfohlenen Luftdruck auf einem Aufkleber im Bereich der Autotür oder des Tankdeckels und in der Betriebsanleitung Ihres Fahrzeuges. Bei etwa 40 Prozent aller Verkehrsunfälle spielt zu niedriger Reifenfülldruck eine Rolle. Für Ihre Sicherheit, aber auch für die Wirtschaftlichkeit der Reifen ist der korrekte Fülldruck also besonders wichtig. Kontrollieren Sie mindestens alle vier Wochen den Luftdruck der Reifen. Wichtig dabei, den Druck zu überprüfen, wenn der Reifen kalt ist - also nach maximal 10 km Fahrt innerorts!

Der Reifenfülldruck hat Auswirkungen auf folgende Aspekte:

  • Erwärmung des Reifens
  • Federungskomfort
  • Fahreigenschaften
  • Grip
  • Bodenhaftung
  • Traktion
  • Bremsweg
  • Rollwiderstand

„Zu hoher oder zu niedriger Druck haben gravierende Auswirkungen auf den Kontakt des Reifens mit der Fahrbahn“, erläutert der Münchner Professor Norbert Seitz, einer der renommiertesten Reifen-Forscher und Reifen-Sachverständiger Deutschlands. „Das Profil kann sich mit dem Straßenbelag nicht mehr optimal verzahnen.“ Die Folge: schnellere und ungleichmäßigere Abnutzung. Noch entscheidender sind die Folgen für Ihre Sicherheit: „Der Grip des Reifens geht verloren und Bremswege werden länger. Das kann auch dazu führen, dass Ihr Fahrzeug in Kurven instabil wird“, warnt Reifenfachmann Seitz.

Folgen zu geringen Reifenfülldrucks:

  • steigender Rollwiderstand
  • steigender Kraftstoffverbrauch
  • steigender Reifenverschleiß (0,4 bar weniger: bis zu 30 Prozent geringere Lebensdauer)
  • erhöhter Treibstoffverbrauch (4 Prozent mehr bei 0,6 bar zu geringem Druck)
  • Verringerung der Reifenlebensdauer: 10 Prozent bei 0,2 bar zu wenig, 45 Prozent bei 0,6 bar

Ab 0,3 bar droht Gefahr: Die Reifentemperatur wird sehr schnell sehr hoch (ca. 120°C) und der Reifen droht zu platzen. Bei zu niedrigem Druck wölbt sich der Mittelteil der Reifen-Lauffläche nach innen, bei zu hohem nach außen. Dadurch nehmen Aufstandsfläche und Bodenhaftung ab. Die verbleibende Kontaktfläche erhitzt stärker, was den Abrieb beschleunigt.

Damit Ihre Reifen nicht unnötigen Einflüssen ausgesetzt werden, sollten Sie zudem darauf achten, dass alle vier Ventilkappen vorhanden sind. Diese schützen die Ventile vor starker Verschmutzung.

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Reifenalter

Das genaue  Reifenalter ist an der Seitenwand des Reifens als vierstellige DOT-Nummer (DOT = Department of Transportation) eingeprägt. Steht hier hinter "DOT" und den zwei darauf folgenden vierstelligen Buchstabenkombinationen zum Beispiel eine 0315, bedeutet dies, dass der Reifen in der 3. Kalenderwoche des Jahres 2015 produziert wurde. Aber was gilt bei Neureifen, die über eine längere Zeit eingelagert waren?  Reifen altern aufgrund physikalischer und chemischer Prozesse beispielsweise durch Witterungseinflüsse wie UV-Licht, Feuchtigkeit sowie extrem hohen oder niedrigen Temperaturen. Dadurch verändern sich Elastizität und Haftfähigkeit des Reifens. Das gilt auch für nicht oder wenig benutzte Reifen. Um diesem Prozess entgegenzuwirken, werden dem Material Substanzen zugegeben, die den Alterungsprozess stark verlangsamen. Damit ist gewährleistet, dass auch ein, mehrere Jahre (maximal 5 Jahre) sachgemäß gelagerter Reifen der Spezifikation eines Neureifens entspricht und in seiner Verwendungstauglichkeit nicht beeinträchtigt ist. Unter der Voraussetzung einer sach- und fachgerechten Lagerung gilt ein Reifen bis zu einem Alter von 3 Jahren als fabrikneu und bis zu maximal 5 Jahren als neu. Bei ungebrauchten Reifen, die nicht älter als 5 Jahre sind, sind Kauf und Montage technisch unbedenklich. Experten empfehlen, Reifen, die über 10 Jahre alt sind, auszutauschen. Je nach Zustand des Reifens sollten sie aber auch schon vorher gewechselt werden. Sind Ihre Reifen 6 Jahre und älter, überlassen Sie die Begutachtung einfach einem Reifenexperten. Dieser kann Ihnen zuverlässig sagen, ob Profil, Lauffläche und Gummi noch sicher sind. Übrigens haben Reifen, die vor dem Jahr 2000 produziert wurden, nur eine dreistellige Kennung. Hier geben die beiden ersten Ziffern die Kalenderwoche der Produktion an. Dahinter ist ein kleines Dreieck eingeprägt - das Zeichen für die 1990er Jahre - und die letzte Ziffer gibt das Jahr in den 90ern an. Fehlt das Dreieck, dann wurde der Reifen in den 80iger Jahren produziert.

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Beschädigungen

In regelmäßigen Abständen und insbesondere vor längeren Fahrten sollten neben der Mindestprofiltiefe und dem Luftdruck zudem folgende Punkte geprüft werden:

  • Wirken Reifenflanken porös?
  • Sind Risse oder Beulen zu erkennen?
  • Sind Fremdkörper in den Reifen gedrungen?
  • Erscheinen Querstege in den Längsrillen
  • Sind die Wuchtgewichte noch an Ort und Stelle?
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Einlagerung

Wer den Reifenwechsel beim Fachhandel vornehmen lässt, kann dort auch seine Winterreifen lagern und erhält darüber hinaus einen professionellen Reifencheck und eine Räderwäsche.

Falls Sie Geld sparen wollen und die Reifen in Ihrer eigenen Garage einlagern möchten, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Vor dem Reifenwechsel den Luftdruck an der Tankstelle auf um 0,5 bar erhöhen, dadurch lagert der Reifen stabiler.
  • Reifen korrekt mit Kreide beschriften, z.B. VL für "vorne links" etc.
  • Nach der Demontage der Räder, müssen folgende Punkte geprüft werden:
  1. Wirken die Reifenflanken porös oder Sind gar Risse oder Beulen zu erkennen? Unbedingt Reifenfachhändler aufsuchen, der Sie professionell berät und Ihnen erklärt ob die Reifen noch zu gebrauchen sind oder ggf. auszutauschen sind.
  2. Sind Fremdkörper in das Profil eingedrungen? Stecken kleine Steinchen oder Scherben im Profil, entfernen Sie diese vorsichtig mit einem kleinen Schraubenzieher. Damit auch alles sauber wird, reinigen Sie die Felgen von Schmutz und Bremsstaub und geben etwas Pflegemittel dazu.
  3. Erscheinen Querstege in den Längsrillen oder verschwindet der goldene Rand einer 1-Euro-Münze nicht mehr vollständig im Profil, sind neue Reifen fällig.

 Sowohl Reifen als auch Kompletträder (Reifen auf Felge) sollen stets stehend (senkrecht) gelagert werden, nicht flach übereinander liegend. Alternativ können Reifen oder Räder aber auch an Felgenbäumen aufgehängt werden. Die Temperatur am Lagerungsort sollte zwischen 15 und 25 °C betragen. Damit die Reifen nicht porös werden, dürfen sie auf keinen Fall direkt an einem warmen Heizkörper gelagert oder im Freien direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden!