Reifen Know How

Reifenaufbau Reifenbezeichnung Reifenprofil Reifengröße Reifenseitenwand Reifenquerschnitt Geschwindigkeitsindex Reifentragfähigkeit (Load Index) Runflat Reifen Winterreifen (M+S-Reifen)
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Reifenaufbau

Eine Vielzahl von Eigenschaften, die ein Reifen einmal haben soll, wird bereits in der Entwicklungsphase festgelegt. Die Anforderungen reichen von Brems-, Aquaplaning- und Handlingeigenschaften über Abriebfestigkeit und Komfortverhalten bis hin zu Geräuschentwicklung und Rollwiderstand, außerdem sollen die Reifen möglichst leicht sein. Letztendlich gilt: Bei jedem Reifen darf der Tragfähigkeitsindex die im Fahrzeugschein angegebene höchste Achslast und der Geschwindigkeitsindex die im Fahrzeugschein angegebene Höchstgeschwindigkeit nicht unterschreiten. Dabei muss die maximale Summe der Antriebs-, Brems- und Seitenkräfte bei unterschiedlichsten Witterungsbedingungen sicher auf die Straße übertragen werden.

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Reifenbezeichnung

Rein rechtlich besteht die Reifenbezeichnung aus einem Typgenehmigungszeichen auf der Seitenwand des Reifens, zudem ist eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm vorgeschrieben. Wer noch einen alten Kfz-Schein hat, sieht die erlaubten Reifengrößen unter den Ziffern 20 bis 23 bzw. als Eintragung unter Ziffer 33. Die neue Zulassungsbescheinigung, die seit 1. Oktober 2005 gilt, nennt unter den Punkten 15.1 und 15.2 nur noch eine von möglicherweise mehreren erlaubten Größen, da i.d.R. auch alternative Dimensionen verwendet werden dürfen. In jedem Fall kommt es auf die komplette Bezeichnung an. Beispiel: 195/65 R15 91H: die 195 steht für die Reifenbreite in Millimetern. Die 65 bezeichnet das Verhältnis Flankenhöhe zu Reifenbreite in Prozent, in unserem Beispiel beträgt die Flankenhöhe also 65% der Reifenbreite. Das R steht für Radialreifen, d.h. der Reifen wurde in Radialbauweise hergestellt. 15 beziffert den Raddurchmesser in Zoll. 91 ist eine Kennziffer für die Tragfähigkeit des Reifens. H ist das Geschwindigkeitssymbol für die maximale Höchstgeschwindigkeit (210 km/h).

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Reifenprofil

Die Lauffläche des Reifens ist die einzige direkte Kontaktfläche des Fahrzeugs mit der Straße, sie besteht aus dem mit einem Profil versehenen Laufstreifen oben und einer stabilisierenden Schicht darunter.  An das Reifenprofil werden hohe Anforderungen gestellt: optimale Kraftübertragung, kurzer Bremsweg, hohe Aquaplaningsicherheit, maximale Kurvenstabilität, geringe Geräuschentwicklung, hohe Kilometerlaufleistung, guter Nassgrip, gleichmäßige Abnutzung, Selbstreinigung, ein ansprechendes Profilbild und bei Winterreifen zudem Haftung auf Eis und Schnee. Die Schwierigkeit liegt also darin, den Reifen so zu entwickeln, dass er unter allen Bedingungen optimale Fahreigenschaften aufweist und den sog. Zielkonflikt optimal zu lösen. Entscheidend ist hierbei die Entwicklung innovativer Profildesigns und spezieller Gummimischungen für die Lauffläche, um die Leistungsmerkmale eines Reifens entscheidend zu optimieren.

Bei der Profilgestaltung wird grundsätzlich zwischen symmetrischen und asymmetrischen Profilen unterschieden. Während beim symmetrischen Profil, das Profil (von der Mitte des Reifens aus betrachtet) symmetrisch verläuft, werden beim asymmetrischen Profil unterschiedliche Profileigenschaften in einem Reifen vereint. An der Außenseite weisen diese Reifen zumeist eine geschlossene Schulter auf, die zu erhöhter Blocksteifigkeit und infolge dessen zu einer verbesserten Kurvenstabilität führt. Der offene, zur Innenschulter hin verlaufende Profilbereich dagegen übernimmt die Aufgabe der schnellen Wasserableitung. Reifen mit asymmetrischem Profil können beliebig auf dem Fahrzeug montiert werden, sie haben nur eine vorgeschriebene Innen- bzw. Außenseite, die es zu beachten gilt.

Als Positivanteil eines Reifenprofils bezeichnet man die Profilblöcke in der Lauffläche. Sie dienen hauptsächlich dazu, die Haftung des Reifens, egal unter welchen Bedingungen, auf der Fahrbahn zu gewährleisten. Das Gegenteil vom Positivanteil sind die Profilrillen am Reifen, auch Negativanteil genannt. Sie dienen überwiegend dazu, das Wasser aus dem Profil abzuleiten und beeinflussen die Aquaplaningeigenschaften eines Reifens positiv.

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Reifengröße

Beispiel: 195/65 R15 91H. Die Bezeichnung der Reifengröße enthält die Angaben Reifenbreite in mm (hier: 195), das Verhältnis von Reifenhöhe zu Reifenbreite in % (hier: 65), die Reifenbauweise (hier: R=Radial), der Felgendurchmesser in Zoll (hier: 15), den Tragfähigkeitsindex (hier: 91= bis 615 kg) und den Geschwindigkeitsindex (hier H= bis 210 km/h). Wer noch einen alten Kfz-Schein hat, sieht die erlaubten Reifengrößen unter den Ziffern 20 bis 23 bzw. als Eintragung unter Ziffer 33. Die neue Zulassungsbescheinigung, die seit 1. Oktober 2005 gilt, nennt unter den Punkten 15.1 und 15.2 nur noch eine von möglicherweise mehreren erlaubten Größen. Der Kumho Tyre Reifemanager hilft bei der Suche der richtigen Größe und des richtigen Profils!

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Reifenseitenwand

Die Seitenwand, auch Flanke genannt, ist ein sehr empfindliches Bauteil. Sie beeinflusst maßgeblich Fahreigenschaft und Reifenkomfort. Je niedriger die Flanke gebaut ist, desto stabiler ist zwar das Fahrverhalten, allerdings nimmt mit geringen Einbußen beim der Fahrkomfort ab. Die Höhe der Flanke wird in der Reifenbezeichnung hinter dem Querstrich Schrägstrich angezeigt (z. B. 205/55 R 16 91V), und bezeichnet das Verhältnis der Seitenwandhöhe zur Reifenbreite. In Extremsituationen, wie beim Überfahren eines Bordsteins, können die in der Flanke liegenden Karkassenfäden gequetscht und stark beschädigt werden. Wann und in welcher Situation ein derartiger Defekt folgenschwer in Erscheinung tritt, ist nicht vorherzusagen und damit umso gefährlicher.

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Reifenquerschnitt

Das Querschnittverhältnis ist das Verhältnis der Reifenhöhe zur Reifenbreite in %. Sie wird innerhalb der Größenbezeichnung des Reifens angegeben. Beispiel: Ein Reifen der Dimension 175/70 R 13 besitzt eine Breite von 175 Millimetern, die Seitenhöhe beträgt 70 % der Breite. Im Pkw-Bereich wird bei Niederquerschnittreifen auch von "Breitreifen" gesprochen. Gemeint sind damit Reifen mit Höhe/Breite-Verhältnissen ab 50% (z.B. 195/50 R15 82V). Die Vorteile solcher Reifen zahlen sich insbesondere für Fahrzeuge höherer Geschwindigkeitsklassen durch höhere Fahrstabilität, bessere Lenkpräzision und die Möglichkeit zum Einbau größerer, wirksamerer Bremsanlagen aus. Breitreifen verfügen meistens über ein besonders ansprechendes Profil-Design, denn die Reifen sollen vor allem sportlich und attraktiv wirken.

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Geschwindigkeitsindex

Der Geschwindigkeitsindex oder Speed-Index bezieht sich auf die Höchstgeschwindigkeit des Reifens in Abhängigkeit von der Tragfähigkeit. Nur bei der Verwendung von Reifen mit M+S-Aufschrift, dürfen Reifen mit niedrigerer Geschwindigkeitstauglichkeit (z.B. mit Symbol "T" bis 190 km/h) verwendet werden. Beispiel: Ein Pkw mit einer Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h muss Reifen mit dem Geschwindigkeitssymbol "V" haben (bis 240 km/h). Bei M+S-Bereifung darf er auch mit "T" - (bis 190 km/h) oder "H"-Reifen (bis 210 km/h) unterwegs sein, aber nur dann, wenn ein Aufkleber im Blickfeld des Fahrers angebracht wird. Reifen mit höheren Geschwindigkeitssymbolen dürfen immer verwendet werden!

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Reifentragfähigkeit (Load Index)

Tragfähigkeitsindex, auch Lastindex oder Load-Index genannt ist eine zwei- bis dreistellige Zahl am Ende der Größenbezeichnung: z.B. 205/55 R16 91H. Die Zahl 91 kennzeichnet beispielsweise die maximale Tragfähigkeit (615 kg) des Reifens in Abhängigkeit der spezifizierten Geschwindigkeit. Reifen mit höheren Kennzahlen dürfen ohne weitere Prüfung verwendet werden. Jedoch sollte bei niedrigeren Kennziffern die ausreichende Traglast überprüft werden. Die Radlast bezeichnet das Gewicht von Fahrzeug und Ladung auf dem Reifen, die anhand der zulässigen Tragfähigkeit in Abhängigkeit der spezifizierten Geschwindigkeit begrenzt ist.

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Runflat Reifen

Die Kumho Tyre XRP (Extended Runflat Performance) Runflat Reifentechnologie basiert auf einer selbstragenden, verstärkten Seitenwand, die im Pannenfall selbst bei totalem Luftverlust ein Einklemmen der Reifenflanke zwischen Straße und Felge sowie ein Abrutschen des Reifens in das Felgentiefbett verhindert und somit eine problemlose Weiterfahrt bis zu 80 km bei einer maximalen Geschwindigkeit von 80 km/h gewährleistet. Das gefährliche Wechseln des Reifen bspw. auf einer stark befahrenen Autobahn entfällt, ein Ersatzreifen wird nicht mehr benötigt. Das Fahrzeuggewicht wird reduziert, der Benzinverbrauch wird gesenkt und das nutzbare Kofferraumvolumen wird erhöht. Voraussetzung für die Nutzung von Runflat Reifen ist ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS)!

Vorteile:

  • Im Pannenfall Weiterfahrt bis zu 80 km mit max. 80 km/h möglich
  • Kein gefährliches Reifenwechseln mehr bspw. in einer Autobahnbaustelle
  • Kein Reserverad mehr notwendig
  • Reduziert das Gesamtgewicht des Fahrzeuges, spart daher Kraftstoff
  • Umweltfreundlich durch weniger potentiell zu entsorgende Reifen
  • Mit allen handelsüblichen Felgen kompatibel
  • Voraussetzung ist ein Luftdruckkontrollsystem (RDKS)

Rein statistisch haben Autofahrer alle acht Jahre eine Reifenpanne. Neben der Runflat-Technologie haben einige Hersteller auch noch ein Notrad im Serienprogramm, das kleiner und leichter ist, als ein  normales Reserverad. Dafür sind die Laufeigenschaften begrenzt und die Geschwindigkeit ist auf 80 km/h begrenzt. Noch platzsparender sind so genannte Tirefit-Systeme: Ein flüssiges Dichtmittel wird in den Reifen gespritzt und dichtet kleinere Löcher vorübergehend ab. Die Tirefit-System sind allerdings nur bei kleinen Reifenpannen anwendbar und nicht bei großen Schäden, wie etwa einem geplatzten Reifen.

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Winterreifen (M+S-Reifen)

Eine gesetzliche Definition von Winterreifen gibt es nicht, weil bislang in den europaweiten, standardisierten Tests keine Verfahren für winterliche Bedingungen vorgesehen sind. Nach Auswertung zahlreicher Reifentests sowohl der unabhängigen Fachpresse als auch seitens der Industrie lassen sich aber dennoch eindeutige Merkmale für Winterreifen ausmachen. Anhand derartiger Testergebnisse kann der Verbraucher die sicherste Auswahl nach seinen Einsatzbedingungen treffen. Äußere Merkmale, die auf Winterreifen hinweisen sind: M+S-Kennzeichnung, Schneeflockensymbol, Lamellen und spezielle Laufflächenmischung. Besonders wichtig für die Eignung eines Reifens für winterliche Straßenverhältnisse ist auch die Profiltiefe: Die gesetzliche Mindestprofiltiefe liegt europaweit bei 1,6 Millimetern. Kumho warnt jedoch davor, Winterreifen bis zur gesetzlichen Mindestprofiltiefe abzufahren. Der Reifen kann seine Wintertauglichkeit verlieren, wenn die Profiltiefe 4 Millimeter unterschreitet. In Österreich zum Beispiel ist es daher gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Winterreifen mindestens 4 Millimeter Profiltiefe haben muss. Unterhalb von 4 Millimetern sind die Lamellen, die die Griffkanten des Reifens vergrößern, nicht mehr vollständig vorhanden. Dadurch verliert der Reifen eine der wesentlichen Merkmale eines Winterreifens. Unter Umständen ändert sich auch die Zusammensetzung der Gummimischung, wenn man näher an die Mindestprofiltiefe kommt, da Winterreifen eine spezielle Laufflächenmischung haben, die dafür sorgt, dass das Gummi auch bei tieferen Temperaturen nicht verhärtet und elastisch bleibt. Um die Fahreigenschaften des Winterreifens zu verbessern, liegt unterhalb der Laufstreifenmischung eine härtere Mischung, die für Fahrstabilität sorgt. Wenn diese härtere Mischung erreicht wird, weist der Winterreifen daher deutlich schlechtere Winter- und Nässeeigenschaften auf. Problematisch ist, dass die M+S-Kennzeichnung jeder Hersteller an seinen Reifen anbringen darf, ohne dass es dafür rechtliche Grundlagen gibt. M+S steht dabei für Matsch und Schnee. In den 50er Jahren begann man damit, grobstolligere Profile für Matsch und Schnee mit diesem Zeichen zu kennzeichnen. Inzwischen gibt es Länder, in denen nahezu jeder Reifen diese M+S-Kennzeichnung trägt, egal, ob Winterreifen oder nicht. Die Aussagekraft über die Wintereigenschaften ist daher sehr begrenzt. Dahingegen steht hinter dem Schneeflockensymbol eine vereinheitlichte Prüfung mit definierten Kriterien. Hier wird der Reifen mit einem standardisierten Reifen verglichen. Schafft der Reifen bessere Werte als der Vergleichsreifen, erhält er das Schneeflockensymbol. Diese Prüfung wurde nötig, nachdem in den USA fast ausschließlich Reifen mit M+S-Kennung angeboten wurden und die Verbraucher nicht mehr unterscheiden konnten, ob ein Reifen Wintereigenschaften aufwies, oder nicht. Feine, meist wellenförmige Profileinschnitte, die sog. Lamellen, sorgen zudem für den gewünschten Verzahnungseffekt mit der (verschneiten) Fahrbahnoberfläche, indem sie zusätzliche Griffkanten bilden. Winterreifen weisen bis zu 2000 Lamellen auf und unterscheiden sich dadurch schon auf den ersten Blick von Sommerreifen, die entweder keine oder nur wenige Einschnitte im Profil haben. Neben den meist wellenförmig ausgeführten Lamellen gibt es auch wabenförmige oder gerade Lamellen.